Kategorie-Archiv: OA#2

Diskussionsrunden im Rahmen des OpenAir#2

Der Begleitkurs der Virtuellen PH zum MOOC Gratis Online Lernen neigt sich dem Ende zu. In Kürze werden wir hier alle Produkte veröffentlichen. Ein Ergebnis sind die Videoaufzeichnungen der Online-Diskussionsrunden.

Unter dem Kategorie-Link zum OpenAir#2 finden sich alle Infos und Aufzeichnungen in Langform.

Ebenso möchte ich auch auf die Sammlung künftig startender MOOCs hinweisen, die laufend erweitert wird.

MOOC-Neuauflage #coer15

Nach der erfolgreichen Durchführung des MOOCs #coer13 im Frühjahr 2013 gibt es demnächst einen Neustart.

Ziel des Kurses ist es, einen umfassenden Überblick über Theorie und Praxis von OER zu bieten. Dies umfasst sowohl grundlegende Informationen zu OER und bestehenden Initiativen als auch praxisrelevante Informationen für Lehrende und Lernende aller Bildungsbereiche, die OER nutzen oder produzieren wollen. Thematisch gliedert sich der Kurs in sechs Einheiten, in denen es um Fragen geht wie: was sind OER eigentlich? Wo findet man OER und wie erstellt man sie selbst? Wa sind die Einsatzszenarien von OER im Schul- und Hochschulkontext und wie finanziert man diese?

Dr. Martin Ebner von der TU Graz führt den Online-Kurs hauptverantwortlich durch. Unterstützt wird er dabei von Prof. Dr. Patricia Arnold (HS München), Dr. Andreas Link (Learning Agency Network), Dr. Sandra Schön (BIMS e.V., L3T) und dem Team von e-teaching.org (Leibniz-Institut für Wissensmedien).

Start ist der 11. Mai 2015.

Weitere Infos bei e-teaching.org

eBook-Empfehlung: „The Battle for Open“

Welchen Weg wird Offenheit in der Bildung nehmen? Das kürzlich erschienene eBook „The Battle for Open“ von Martin Weller versucht Antworten zu geben.

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„With the success of open access publishing, Massive open online courses (MOOCs) and open education practices, the open approach to education has moved from the periphery to the mainstream. This marks a moment of victory for the open education movement, but at the same time the real battle for the direction of openness begins. As with the green movement, openness now has a market value and is subject to new tensions, such as venture capitalists funding MOOC companies. This is a crucial time for determining the future direction of open education.“

Eine lesenswerte Rezension findet sich bei Alastair Creelman.

Das eBook kann kostenlos heruntergeladen werden.

Offenheit – was kann das bedeuten?

Welche Bedeutung kann „open“ im Bildungskontext haben? Die Antwort ist nicht einfach. Und „open“ scheint ja auch so ein Buzzword geworden zu sein. Aber allein die Eröffnung dieser Diskussion über Öffnung ist spannend und verspricht viele Impulse zur Reflexion über Bildung.

Zum Weiterlesen sei dieser Blogeintrag auf hackeducation.com empfohlen.

And it’s complicated, of course, by the multiple meanings of that adjective “open.” What do we mean when we use the word? Free? Open access? Open enrollment? Open data? Openly-licensed materials, as in open educational resources or open source software? Open for discussion? Open for debate? Open to competition? Open for business? Open-ended intellectual exploration?

“Lehrautomaten” oder die MOOC-Vision der späten 60er Jahre

Gut, es waren die Jahre der Raumfahrt und der Mondlandung im Jahr 1969 verbunden mit Technikeuphorie. Dennoch war von einer massenhaften Verbreitung von Computern nicht viel zu sehen. Und das Internet steckte noch nicht einmal in den Kinderschuhen. In einem Aufsatz in dem Sammelband „Die Rolle der Wissenschaft in der modernen Gesellschaft“ visioniert der Kybernetiker Karl Steinbuch über „Technik und Gesellschaft im Jahr 2000„. Der gesamte Beitrag ist sehr lesenswert.

„Es wird kaum mehr Industrieprodukte geben, in welche Computer nicht hineingewoben sind, etwa so, wie das Nervensystem in Organismen hineingewoben ist. Es wird weder Werkzeugmaschinen, noch Fahrzeuge, noch Belehrungstechnik, noch Bürotechnik, noch wissenschaftliche Forschung, noch technische Entwicklung, noch sonst irgendeinen Bereich produktiver Tätigkeit geben, der nicht die Computertechnik intensiv benutzt.“ Auch die „immaterielle Zustellung von Zeitungen und Briefen“ wird beschrieben, obwohl die durch eine Automatik übertragenen „Zeitungen oder Briefe auf Fotopapier“ fixiert werden. Das erinnert doch noch mehr an Fax als an Email und Web.

Besonders interessant wird allerdings die Vision von Bildung im Jahr 2000:

„Programmierte Instruktion und die Lehrautomaten“ würden eine große Bedeutung im Zeitalter sich rasch verändernder Lebensumstände bekommen. Diese könnten gleichzeitig „Hunderte oder Tausende von Schülern bedienen. […] Ein Lehrautomat, der von einem möglichst großen Teilnehmerkreis aus anwählbar ist, steht in einer Zentrale und ist über eine Anschlußeinheit angeschlossen. Durch eine spezielle Durchwahlnummer wir die Auswahl verschiedener Programme ermöglicht. Die Anschlußeinheit ist mit billigen Speichern ausgerüstet, in welche aus dem Lehrautomaten in kurzer Zeit das gewünschte Programm übernommen werden kann, um dann dem Schüler mit Bild und Ton zur Verfügung zu stehen.“

Ebenso wird sehr interessant auf mögliche neue Lernkulturen eingegangen: „Wenn solche technischen Möglichkeiten gegeben sind, dann wird das Verhältnis des Menschen zum Lernen möglicherweise stark verändert: Es ist nicht mehr ein kollektiver Dressurakt der Kinder, sondern ein interessantes Spiel für jung und alt, das während der langen Freizeit aus persönlicher Initiative heraus und nach persönlichem Geschmack betrieben wird, und bei dem man sich nicht vor Mißerfolgen fürchtet, sondern diese als Anreiz zu besserem Lernen empfindet.“

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(Ein Klick auf die Grafik vergrößert diese.)

Nicht verschwiegen sei an dieser Stelle der politische Wandel Karl Steinbuchs (1917-2005) vom SPD-Engagement bis zum rechtsnationalen Revisionisten.

Diskussion mit Sandra Schön über offene Bildung und den MOOC „Gratis Online Lernen“

Für unseren Live-Online-Termin im Rahmen des OpenAir#2 am 9.12. um 17 Uhr konnten wir die Mit-Initiatorin des MOOCs „Gratis Online Lernen“ Sandra Schön gewinnen.

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Foto: CC BY Werner Moser | Salzburg Research

Mit Sandra wollen wir über die Herausforderungen von offener Bildung diskutieren und uns über ihre und unsere Erfahrungen mit dem MOOC „Gratis online lernen“ austauschen.

Die Pädagogin forscht bei Salzburg Research rund um das Arbeiten und Lernen mit dem Internet und entwickelt bei BIMS e.V. Angebote rund um den offenen Zugang zu Lernmaterialien.

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten!
Online-Raum: https://virtuelle-ph.adobeconnect.com/openair2/ (als Gast eintreten, kein PW notwendig)

Der „Internet-Ombudsmann“ beim OpenAir#2

Piotr Luckos vom „Internet-Ombudsmann“ hat uns gestern Abend seine Informationsstelle vorgestellt:
Der Internet-Ombudsmann www.ombudsmann.at ist eine im Jahr 1999 vom ÖIAT gegründete unabhängige Streitschilichtungs- und Beratungsstelle rund um das Thema Einkaufen im Internet.

Er wird vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und der Bundesarbeiterkammer unterstützt.
Bei allen Angelegeheiten, dem ein über das Internet geschlossenener entgeltlicher Vertrag zugrunde liegt, kann der Internet-Ombudsmann bei Problemen tätig werden. Ebenso können Beschwerden Fragen des Datenschutz-, Urheber – oder Markenrechts mit Bezug zum Internet betreffen.
Jährlich werden ca. 6000 Fälle behandelt. Dieses Angebot kann kostenfrei via Webformular genutzt werden.
Darüber hinaus gibt es seit 2013: www.watchlist-internet.at, eine Webseite, die sich dem Thema Online-Betrug, -Fallen und Fakes verschrieben hat. Sie bietet Beratung und Information und wird ebenso vom Internet-Ombudsmann betrieben.

Diskussion mit Marco Kalz über EU-Politik in Bezug auf Offenheit in der Bildung

Heute fand im Rahmen des OpenAir#2 eine Diskussion über die offene Bildungspolitik der EU statt. Zu den angesprochenen Fragen gehörten: Warum will die EU, dass OER produziert werden? Warum werden MOOCs gefördert? Wie sehen aktuelle und künftige Zertifizierungssysteme aus?

Präsentation:

Aufzeichnung:

MOOCs faszinieren bzw. was ist die Qualität des großen „Ms“ und des großen „Os“?

Ich möchte gerne einen Teil einer Diskussion im Rahmen des OpenAir#2 im Weblog wiedergeben.

Lotte versucht hier die Antwort auf die Frage, was Größe und Offenheit von MOOCs bedeuten:

„Als ich das erste Mal in einen MOOC „schlitterte“, ich glaube es war 2010, konnte ich meinen Augen nicht trauen und ich hatte das Bedürfnis, alle meine eLearning-KollegInnen persönlich anzurufen, zusammenzutrommeln und zu sagen: „Kommt mal her, das müsst Ihr Euch anschauen, Wahnsinn, bitte, dass es so was gibt.“

Ich war baff, dass ich live den ganz aktuellen Stand der Dinge in Nordamerika miterleben konnte und wie eine Fliege an der Wand den Leuten wie George Siemens, Stephen Downs und Dave Cormier zuhören konnte. Ich war dabei, die Lücken zwischen USA und Österreich schienen überwindbar zu sein. Die tollsten Leute wie Mimi Ito und viele andere hatten einfach die Angewohnheit, ihre Lernaktivitäten (Sessions, Diskussionen etc..) frei offen zugänglich zu machen,

Ich denke mal, dass dass Offene einfach etwas schafft, das auch verletzbar macht: Wir lassen – zumindest theoretisch – die Welt dabei zuschauen, wie wir lernen, was uns beschäftigt, was wir als wichtig zu Lernendes anbieten. Es könnte ja jemand komme und sagen: das ist aber Schwachsinn, was Ihr da macht, das hat doch schon längst der und der so und so gesagt. 4

Ich stelle mir gerade vor, was z.B. passieren würde, wenn sich die Lerndesignerforen der NMS Vernetzung öffnen würden. Oder zumindest die eine oder andere Online Lernaktivität.

Ich muss jetzt leider weiterdüsen, aber ich wollte das mal einbringen.

Das große M ist dann einfach nur die Folge von O. Es hat sich einfach etwas gezeigt, als sich 160.000 Personen in den MOOC von Sebastian Thrun einschrieben…Da muss man dann einfach drüber nachdenken, was das bedeutet. Wenn es geschlossene Kurse geblieben wären, hätte sich das nicht zeigen können.“